Oktober 2018

  • Ausstellung „Es lebe unsere gerechte Sache!“ Der Slowakische Nationalaufstand, 29. August bis 27. Oktober 1944

    Gedenkstätte Bergen-Belsen

    Ausstellung „Es lebe unsere gerechte Sache!“ Der Slowakische Nationalaufstand, 29. August bis 27. Oktober 1944

    17. Oktober 2018 – 16. Dezember 2018

    Soldaten der Armee des Slowakischen Nationalaufstands marschieren in den Kampf gegen die deutsche Besatzungsmacht, Anfang September 1944 © Militärarchiv, Bratislava

    Eine Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Kooperation mit dem Historischen Institut der Slowakischen Akademie der Wissenschaften.

    Der Slowakische Nationalaufstand beginnt am 29. August 1944 und ist einer der größten Aufstände gegen die nationalsozialistische Herrschaft in Europa. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs kommt es auf dem ganzen Kontinent zu einer Reihe von Erhebungen, die die deutsche Besatzungsmacht und die Kollaborationsregime bekämpfen.

    Der slowakische Aufstand wird in Übereinstimmung mit der Sowjetunion, den Vereinigten Staaten und Großbritannien geplant und mit deren Unterstützung durchgeführt. Er richtet sich gegen die autoritäre und extrem antisemitische slowakische Kollaborationsregierung. Die vereinigten Widerstandsgruppen, die den landesweiten bewaffneten Aufstand organisieren, setzen sich aus Demokraten, Kommunisten und Partisanen sowie aus Soldaten und Offizieren zusammen, die nicht bereit sind, an der Seite der Wehrmacht zu kämpfen.

    Der Slowakische Nationalaufstand entwickelt sich aus der Zusammenarbeit dieser Gruppen und mit der Unterstützung der tschechoslowakischen Exilregierung. Zehntausende sind zum Kampf gegen die deutschen Truppen bereit, die zur Zerschlagung des Widerstands in die Slowakei einmarschieren. Die Anführer des Aufstands überwinden ihre ideologischen Differenzen, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen: die Befreiung des Landes und die Wiederherstellung eines Staates, in dem die demokratische Slowakei und die tschechischen Länder gleichberechtigte Partner sind.

    Die Erhebung wird Ende Oktober 1944 von den deutschen Truppen niedergeschlagen. Die slowakischen Partisanen kämpfen jedoch bis zur Befreiung im April 1945 weiter. Der Aufstand trägt wesentlich zur Veränderung des Bildes der Slowakei bei. Aus einem gehorsamen Vasallen der Deutschen wird ein anerkanntes Mitglied der Anti-Hitler-Koalition.
    Er hat gezeigt, dass Zehntausende Slowaken eine demokratische Tschechoslowakei einem autoritären slowakischen Kollaborationsstaat vorziehen. Die Geschichte des Slowakischen Nationalaufstands wird zu einem wesentlichen Teil des Kampfes gegen die nationalsozialistische Herrschaft in Europa. Der Aufstand begründet für die Slowakei ein bleibendes Erbe, das die europäischen Werte von Humanismus, Demokratie und Solidarität im Kampf um die Freiheit hochhält.

    Die Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin, der Botschaft der Slowakischen Republik und dem Slowakischen Institut Berlin wird gezeigt vom 17. Oktober bis 16. Dezember 2018 im Forum der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Sie wird eröffnet am Dienstag, 16. Oktober 2018 um 17.30 Uhr und kann dann täglich zwischen 10 Uhr und 17 Uhr besucht werden.

     

November 2018

  • Nachher. Felix Oestreicher

    Gedenkstätte Bergen-Belsen

    Nachher. Felix Oestreicher

    22. November 2018

    19:00 - 20:30

    Eröffnung der Sonderausstellung der Gedenkstätte Bergen-Belsen in der Synagoge Celle.

    Der Arzt Felix Oestreicher wurde im Januar 1944 von den Niederlanden aus mit seiner Familie in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert. Hier führte er heimlich ein Tagebuch. Zwischen den täglichen Notizen finden sich 19 Gedichte, die er in Bergen-Belsen verfasst hat und von denen 10 in dieser Ausstellung im deutschsprachigen Original und in englischer Übersetzung gezeigt werden. Sie werden kombiniert mit Fotografien zur Geschichte seiner Familie, die bewusst nicht die nationalsozialistische Verfolgung, sondern die soziale Normalität des Lebens einer jüdischen Familie zeigt, die sowohl deutsche als auch niederländische Wurzeln hat.

    Ergänzt wird die Ausstellung um eine Medienstation, die weitere Fotografien und Dokumente zur Familie Oestreicher präsentiert. Die hier thematisierten „Drillingsberichte“ von Felix Oestreicher zur Entwicklung seiner drei Töchter ermöglichen einen inhaltlichen Zugang zu den Gedichten, indem dort zunehmend die Einschränkungen und Gefährdungen jüdischen Lebens nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die Niederlande verdeutlicht werden.

    Die Ausstellung wird bis zum 20. Januar 2019 gezeigt.

    Ort: Synagoge Celle, Im Kreise 24, 29221 Celle

     

Dezember 2018

  • V-Waffen und Verbrechen. Wernher von Braun und der Nationalsozialismus

    Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

    V-Waffen und Verbrechen. Wernher von Braun und der Nationalsozialismus

    16. Dezember 2018

    14:30 - 16:00

    Vortrag von Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten

    Noch immer gilt Wernher von Braun vielen in Deutschland als technisches Genie und Lichtgestalt der zivilen Raumfahrt. Dass er einen Großteil seines Berufslebens damit verbrachte, Kriegswaffen zu entwickeln, wird dabei gerne übersehen – wie auch der Umstand, dass er mitverantwortlich war für die Zwangsarbeit Tausender KZ-Häftlinge für das NS-Raketenprogramm.

    Der Historiker Dr. Jens-Christian Wagner wird sich in seinem Vortrag mit der Frage auseinander setzen, was Wernher von Braun und seine Mitstreiter bewog, Waffen für den nationalsozialistischen Raub- und Vernichtungskrieg zu entwickeln und bei der Produktion der sogenannten V2-Raketen KZ-Häftlinge einzusetzen. Im Mittelpunkt des Vortrages steht die Frage nach der Haltung von Brauns gegenüber den Nationalsozialisten und nach seiner Verantwortung für NS-Verbrechen: War von Braun ein überzeugter Nationalsozialist oder eher ein skrupelloser Opportunist, der im Bündnis mit der NS-Führung seine eigenen Ziele verfolgte? Wie stellte er seine Tätigkeit im Nationalsozialismus nach 1945 dar? Wieso konnte von Braun 1945 seine Arbeit nahtlos für die Amerikaner fortsetzen?

    Eine Kooperationsveranstaltung der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten mit dem Bomann Museum Celle

    Ort: Bomann Museum Celle, Schloßplatz 7, 29221 Celle