• Typ: Sonstiges
  • Datum: 06.05.2026

"Zeit des Schweigens und der Dunkelheit" - Filmvorführung und Podiumsgespräch

Am 6. Mai 2026 veranstaltet KogA in Kooperation mit dem Critical Film and Image Hub der Universität Heidelberg eine Filmvorführung im Apollo-Kino des Dokumentarfilms von Nina Gladitz "Zeit des Schweigens und der Dunkelheit" (1980). In diesem Film geht es um die Sinti* und Roma*, die für den Film "Tiefland" (1954) von Leni Riefenstahl, der während des NS-Regimes gedreht wurde, aus dem Zwangslager Maxglan rekrutiert worden sind und als Statist*innen im Film mitspielen mussten.

Nina Gladitz (rechts im Bild) während des Prozesses gegen Leni Riefenstahl (Landesarchiv BaWü), Fotograf Marlis Decker

"Zeit des Schweigens und der Dunkelheit". Leni Riefenstahl ist vielen bekannt als gefeierte Filmemacherin der Nazi-Zeit, die zeit ihres Lebens ihre Mittäterinnenschaft als Regisseurin von Propaganda-Filmen und ihre eigene Überzeugung vom Nationalsozialismus leugnete und sich in der Nachkriegszeit als Opfer inszenierte. Weniger bekannt ist ihr Film „Tiefland“, in dem Sinti* und Roma* als Statist*innen auftreten: Sie wurden speziell für die Filmarbeiten aus dem Zwangslager Maxglan rekrutiert und nach Abschluss der Dreharbeiten nach Auschwitz deportiert, wo viele von ihnen starben.
In ihrer Dokumentation „Zeit des Schweigens und der Dunkelheit“ (1980) nahm sich die Filmemacherin Nina Gladitz im Auftrag des WDR dieser Geschichte an und ließ erstmalig die beteiligten Sinti* und Roma* zu Wort kommen. Sie berichteten von den Versprechungen, die ihnen Riefenstahl machte, und von ihrer anschließenden Deportation. Gegen diese Dokumentation ging Riefenstahl juristisch vor. Obwohl sie vor Gericht nur in einem einzigen Punkt recht bekam, ließ der WDR den Film für Jahrzehnte unter Verschluss, so dass er der Öffentlichkeit nicht zugänglich war – ein Umgang, der aus heutiger Sicht schwer verständlich und kaum erträglich ist und doch gerade darin auch symptomatisch für den Umgang der bundesdeutschen Gesellschaft mit Täter*innen und Opfern der NS-Zeit, mit Fragen von Mittäterschaft und persönlicher Verantwortung in einer Diktatur.
Wir möchten die Dokumentation der Öffentlichkeit zugänglich machen und zeigen sie deshalb am 6.5. um 20:15 im Apollo-Kino in Hannover. Im Anschluss diskutieren wir mit Expert*innen über Riefenstahls Film „Tiefland“, die Folgen für die Betroffenen und vor allem über Nina Gladitz‘ dokumentarische Aufarbeitung und den Umgang des WDR damit.

Diese Veranstaltung wird präsentiert vom Kooperationsverbund gegen Antiziganismus.

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