Mit der Besetzung Ungarns im März 1944 durch die deutsche Wehrmacht begann auch die systematische Verfolgung und Deportation der ungarischen Juden. Sara und ihre Familie wurden im Juni nach Strasshof (heute Österreich) deportiert, von dort wurde die Familie zur Zwangsarbeit in der Landwirtschaft weitergeschickt. Im Dezember 1944 deportierte die SS Saras Familie in einem Transport mit insgesamt 2178 Häftlingen schließlich in das KZ Bergen-Belsen.
Am 13. April 1945 wurde Sara in einem von drei Räumungstransporten bei Farsleben in der Nähe von Magdeburg von der US-Armee befreit. Zum Zeitpunkt ihrer Befreiung wog Sara nur noch siebzehn Kilogramm. Insgesamt sechzig Mitglieder ihrer Familie wurden ermordet. Mit noch weiteren überlebenden Familienmitgliedern wanderte sie im gleichen Jahr ins damals britische Mandatsgebiet Palästina aus. 1954 heiratete sie Uri Atzmon und bekam sechs Kinder.
Lange Zeit vermied Sara eine Auseinandersetzung mit der erlebten Verfolgung durch die nationalsozialistischen Deutschen. Erst nach einem Besuch in Ungarn in den 1980er Jahren änderte sich dieses und sie begann, sich als Künstlerin mit dem Holocaust auseinanderzusetzen, auch über Kunstobjekte ihre persönliche Geschichte zu erzählen. 2010 war ihre Tuschezeichnung „Der Davidstern Beschützt Uns Nicht“, die auch als Eisenskulptur realisiert wurde, Teil der Ausstellung „Überlebenszeichen. Erinnerung an Bergen-Belsen“.
2025 veröffentlichte sie noch gemeinsam mit ihrer Enkelin Yael ihren Zeitzeugenbericht, der unter dem Titel „Und ich habe doch gesiegt!“ auf Deutsch erschienen ist.
Nun ist Sara Atzmon am 23. Juni 2026 im Alter von 93 Jahren in Israel gestorben.
Unser Mitgefühl gilt ihrem Mann Uri und ihrer Familie.
