Francine Christophe wurde 1933 in einer jüdischen Familie in Paris geboren. Ihr Vater geriet als Offizier der französischen Armee bereits kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges in deutsche Kriegsgefangenschaft. Mit ihrer Mutter wurde Francine Mitte 1942 verhaftet und in verschiedenen Internierungslagern in Frankreich gefangen gehalten. Vom Durchgangslager Drancy aus kamen Mutter und Tochter im Mai 1944 in das Austauschlager des KZ Bergen-Belsen. Mit einem der drei Räumungstransporte, die im April 1945 das KZ Bergen-Belsen verließen, gelangten Francine und ihre Mutter in die Nähe von Tröbitz, wo sie am 23. April 1945 befreit wurden.
Im Juni 1945 kehrten sie nach Paris zurück, wo die Familie sich wiederfand – auch der Vater hatte den Krieg überlebt. Francine absolvierte ihren Schulabschluss und arbeitete als Dekorateurin. Sie heiratete 1957 und bekam zwei Kinder.
In den 1990er Jahren schrieb Francine Christophe ihre Erinnerungen an die Verfolgungszeit nieder. Ihre Erinnerungen teilt sie auch in einem mehrstündigen lebensgeschichtlichen audiovisuellen Interview, dass wir im Jahr 2000 mit ihr führen durften. Im Jahr 2012 erschien zudem ihr Buch: „Nicht mehr Eure Welt. Ein Kind in Gefängnissen und Lagern 1942-1945“ in deutscher Sprache.
In ihrer Funktion als Präsidentin der „Amicale de Bergen-Belsen“ war sie zudem eine der Unterzeichnerinnen des „Vermächtnis der Überlebenden“ zum 60. Jahrestag der Gedenkstätte Bergen-Belsen, das heute aktueller erscheint denn je. (Erschienen im Jahresbericht 2012, S. 6/7)
Unser Mitgefühl gilt ihren Angehörigen.
