• Themen: Ausstellung
  • Datum: 06.05.2026

Wiedergutmachung nach der Shoah?

Die Gedenkstätte Bergen-Belsen zeigt vom 13. Mai bis Juli 2026 die Sonderausstellung „70 Jahre Luxemburger Abkommen. Nicht erreichbar – nicht abschließbar: Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts.“

Unterzeichnung des Luxemburger Abkommens, historisches Foto (Quelle: Bundesarchiv)
Die Unterzeichnung des Abkommens (Foto: Bundesarchiv).

Am Mittwoch, den 13. Mai um 14 Uhr wird in der Gedenkstätte Bergen-Belsen die Sonderausstellung „70 Jahre Luxemburger Abkommen. Nicht erreichbar – nicht abschließbar: Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts“ eröffnet. 

Zu diesem Anlass werden zwei Nachfahren von ehemaligen Häftlingen vor Ort sein: Die Tochter von Josef Herbert Hadda und die Tochter von Eva Krausova. Beide besuchen zum ersten Mal die Gedenkstätte und werden mit der Leiterin Dr. Elke Gryglewski erstmals dort darüber sprechen, wie die Lagerhaft und das erfahrene Leid ihrer Eltern auch ihre eigenen Leben prägten.

Das Programm der Eröffnung:

  • Begrüßung durch Dr. Elke Gryglewski (Geschäftsführerin der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und Leiterin der Gedenkstätte Bergen-Belsen)
  • Podiumsgespräch mit zwei Nachfahren ehemaliger Häftlinge und Dr. Elke Gryglewski sowie Gespräch über die Ausstellung mit Vertretern des Bundesministeriums der Finanzen und der Claims Conference
  • Führung durch die Ausstellung mit den Kuratoren Dr. Jens Hoppe (Claims Conference) und Dr. Kai Wambach (Bundesministerium für Finanzen)

 

Die Shoah ist das größte Menschheitsverbrechen und das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Der Vernichtungsfeldzug der Nationalsozialisten und ihrer Verbündeten führte zu fast sechs Millionen jüdischen Mordopfern, zu Raub und Terror sowie unendlichem Leid. Sieben Jahre nach dem Ende des Holocaust setzten sich die Bundesrepublik Deutschland, der Staat Israel und die Conference on Jewish Material Claims Against Germany zusammen, um das Unmögliche zu verhandeln. Nach zähem Ringen schlossen diese drei Parteien im September 1952 in Luxemburg ein Abkommen: Ein historischer Meilenstein.

Die Dauerausstellung der Gedenkstätte Bergen-Belsen endet mit der Frage der Täterverfolgung. Mit der Sonderausstellung „70 Jahre Luxemburger Abkommen“ erhalten Besucher*innen eine thematisch sinnvolle Anknüpfung und können sich über ein weiteres wichtiges Kapitel in der Geschichte der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen informieren. 

In der Ausstellung werden die Geschichte jüdischer materieller Ansprüche nach der Shoah sowie die deutschen Bemühungen, Verantwortung für die Verbrechen im Nationalsozialismus zu übernehmen, gezeigt. Die Überlebenden stehen dabei im Mittelpunkt der Ausstellung. Ihre sehr unterschiedlichen Biografien und Lebensumstände enden nicht mit den ihnen widerfahrenen Verbrechen durch die Nationalsozialisten sowie dem Kriegsende, sondern werden bis in die Gegenwart hinein erzählt. 

Die Sonderausstellung ist in einem Zelt auf dem Anne-Frank-Platz zu sehen und zu den Öffnungszeiten des Dokumentationszentrums zugänglich. Der Eintritt ist frei.

Diese Wanderausstellung wurde vom Bundesministerium der Finanzen und der Claims Conference unter Mitwirkung des Knesset-Museums des israelischen Parlaments konzipiert.

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