• Themen: Meldung
  • Datum: 09.06.2026

Queere Sichtbarkeit stärken! Die Stiftung auf dem Celler CSD.

Am Samstag nahm die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten am Christopher Street Day in Celle teil. Das diesjährige Motto: "Aus der Geschichte. Für die Zukunft. Unsere Vielfalt ist kein Trend."

Zu sehen ist die progressive Pride-Flagge, wie sie im Wind weht.
Bildquelle: canva

Am Samstag nahm die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten am Christopher Street Day in Celle teil. Das Motto des diesjährigen CSD war „Aus der Geschichte. Für die Zukunft. Unsere Vielfalt ist kein Trend!“ und griff so das rechtspopulistische Narrativ auf, dass Queerness eine moderne Entwicklung sei. Damit werden queere Menschen gezielt in die Unsichtbarkeit gebracht und ihre über Jahrhunderte hart erkämpften Rechte angegriffen. Gegen diese Angriffe auf queere Menschen, Minderheiten insgesamt und letztlich die Demokratie selbst, wollten wir mit unserer Anwesenheit und Beteiligung am Programm des CSD ein wichtiges Zeichen setzen. Denn: Nein, Vielfalt ist kein Trend. Vielfalt ist eine Voraussetzung von Demokratie und Minderheitenschutz eine Aufgabe einer Demokratie. Die Gedenkstätten der Stiftung erinnern an die Verfolgung und Ermordung queerer Menschen im Nationalsozialismus und mahnen gleichzeitig die Rechte von Minderheiten zu schützen, aus der Geschichte zu lernen und Demokratie zu stärken.

Biographien von im NS-Regime Verfolgten

Am Samstag startete der Demonstrationszug mit circa 700 Menschen um 14 Uhr am Celler Bahnhof und lief eine Route durch die Celler Altstadt, zunächst am Schloss vorbei, bevor der Demonstrationszug am Nachmittag am Schlossplatz Celle endete. Am Schlossplatz beteiligte sich die Stiftung ab 14 Uhr mit einem Info-Stand, an dem sie über die Verfolgung queerer Menschen im Nationalsozialismus allgemein, im KZ Bergen-Belsen sowie im Strafgefängnis Wolfenbüttel informierte. Dabei hatten Besucher*innen des Info-Standes die Möglichkeit sich zu Biographien einzelner im NS-Regime verfolgter queerer Menschen zu informieren und mit Mitarbeitenden der Stiftung darüber ins Gespräch zu kommen. Die ausgelegten Biographien aus den Archiven der Gedenkstätten Wolfenbüttel und Bergen-Belsen waren die von den als homosexuelle Männer verfolgten Ernst Nobis (1899-1982), Alfred Beichel (1932-1996), Gerhard Wiedemann (1916-2001), Ernst Mittag (1892-1951), Karl Geissler (1897 – 1955), Willi Zimmt (1905-1944). Außerdem lagen aus: die Biographie der als homosexuelle und jüdische Frau verfolgten Elsa Conrad (1887-1963), die im KZ-Moringen inhaftiert war und der als „homosexueller Mann“ verfolgten Trans-Person Liddy Bacroff (1908-1943), die im KZ Mauthausen ermordet wurde.

Buchshop der Gedenkstätte Bergen-Belsen im Pride-Month

Am Info-Stand hat die Stiftung außerdem verschiedene Bücher über die Verfolgung queerer Menschen im Nationalsozialismus angeboten. Diese Bücher sind ab jetzt, solange der Vorrat reicht, im Rahmen des Pride-Month auch im Buchshop der Gedenkstätte Bergen-Belsen erhältlich – neben den Bestand-Büchern über die Verfolgung queerer Menschen.

Dr. Gryglewski auf dem Podium

Zum Abschluss des offiziellen Programms des CSD Celle sprach die Geschäftsführerin der Stiftung Dr. Elke Gryglewski auf dem Podium über steigende Queerfeindlichkeit, Demokratiestärkung, die Verfolgung queerer Menschen im Nationalsozialismus und rechte Narrative. 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Organisator*innen des Celler CSD, der Möglichkeit dabei zu sein und allen Menschen, die teilgenommen haben und sichtbar waren! Der Christopher Street Day ist Ausdruck von Vielfalt und Empowerment und gerät durch rechte Narrative, wegfallende Finanzierung und politische Unterstützung zunehmend unter Druck – ein besonderer Dank also an alle queeren Menschen, die am Samstag laut waren.


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