• Themen: Kommentar
  • Datum: 08.08.2025

Offener Brief: Erklärung zu Darstellungen der Irgun Sherit Hapleta Bergen-Belsen in Israel

Sehr geehrte Damen und Herren,

manche von Ihnen werden in den letzten Wochen und Monaten vielleicht sogar mehrere Mails von Arie Olewski als Vorsitzendem der Irgun She’erit Hapleta Bergen-Belsen Israel erhalten haben. Da wir den Adressatenkreis der Mails nicht kennen, diese aber regelmäßig an uns weitergeleitet bzw. wir darauf angesprochen werden, nehmen wir auf diesem Wege hierzu in der gebotenen Form Stellung:

Die Mails enthalten eine Vielzahl von Behauptungen und Anschuldigungen, die teilweise das auch rechtlich zulässige Maß an Kritik an der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sowie anderen einzelnen Personen, deutlich übersteigen.

Die von Herrn Olewski vermittelten Darstellungen geben die tatsächlichen Abläufe und Zusammenhänge verzerrt und bewusst irreführend wieder. Seine Schlussfolgerungen zeigen, dass es ihm nicht um die Sache geht, sondern allein darum, die Stiftungsarbeit und die Gedenkarbeit in der Gedenkstätte Bergen-Belsen insgesamt zu diskreditieren.

Wir haben ihn mehrfach aufgefordert, diese Art von Falschdarstellungen zu unterlassen, mussten jedoch feststellen, dass die Intensität der unberechtigten Vorwürfe eher noch zugenommen hat.

Wie Sie wissen, ist Herr Olewski als Vorsitzender der Irgun She’erit Hapleta Bergen-Belsen Israel Mitglied im Stiftungsbeirat der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten und vertritt dort die Interessen seiner Organisation. Derzeit lässt er sein Amt allerdings ruhen, so dass ein persönlicher Austausch nicht möglich ist. Der Stiftungsbeirat

berät den Stiftungsrat in allen fachlichen Fragen der Gedenkstättenarbeit und -forschung. Ihm gehören Vertreter und Vertreterinnen unterschiedlicher Überlebendenverbände sowie gesellschaftlicher Körperschaften, Verbände und Stiftungen an, die wichtige Unterstützung für die Arbeit der Stiftung und die Gedenkstätten leisten. Dem Beirat obliegen dabei keine Führungs- oder Kontrollfunktionen.

Wir möchten abschließend zum Ausdruck bringen, dass uns sehr daran gelegen ist, im Interesse der Arbeit der Stiftung und der Gedenkstätte, mit allen Betroffenen, Unterstützern und Mitgliedern der Gremien einen vertrauensvollen und konstruktiven Umgang zu pflegen. Die Art und Weise der Kommunikation in dieser Angelegenheit macht die Umsetzung in diesem konkreten Fall allerdings schwierig. Dies umso mehr, als nicht erkennbar wird, welche konkrete Zielsetzung die von Herrn Olewski übermittelten Behauptungen und Anschuldigungen haben sollen.

Der Vorsitzende des Stiftungsbeirats hat eine E-Mail an die Mitglieder des Beirats geschrieben, in der er die Gründe für die Einberufung einer Sondersitzung des Beirats zur Erörterung dieses Themas erläutert. Eine Kopie dieser E-Mail wird auf Anfrage von der Abteilung Kommunikation (kommunikation@stiftung-ng.de) versandt.


Freundliche Grüße

Dr. Elke Gryglewski
Geschäftsführerin der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und
Leiterin der Gedenkstätte Bergen-Belsen

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