Nach der bewegenden Gedenkfeier am Vormittag bot KogA den Besucher*innen die Gelegenheit durch Auseinandersetzung mit Antiziganismus über eine Podiumsdiskussion das Gedenken an das Vergangene als Auftrag für die Gegenwart zu verstehen und über die Kontinuitäten des NS-Unrechts, das Sinti* und Roma* in der NS-Zeit erlitten haben, im Heute zu sprechen.
Mit auf dem von Projektleiter Bernd Graf-Ulke moderierten Podium, waren unsere Gäst*innen: Michael Brand, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, Lukas Engelmeier, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretende Projektleitung KogA (Vertretung für Emran Elmazi, Sprecher des Kooperationsverbundes gegen Antiziganismus) Mario Franz, Sohn des Überlebenden Johann Franz und Präsident des Niedersächsischen Verbands Deutscher Sinti e.V., Charmaine Wagner, 1. Sinti-Verein Ostfriesland e.V. - Regionalverband Sinti und Roma in Niedersachsen - Bildungsbegleiterin.
Die Gäst*innen auf dem Podium diskutierten angeregt über die aktuelle Situation für Sinti* und Roma* in Deutschland, Kontinuitäten des NS-Unrechts sowie fehlende den Infrastrukturen und Ressourcen insbesondere für kleinere Selbstorganisationen, um langfristig gegen Antiziganismus arbeiten zu können. Für diese langfristig effektive Arbeit gegen Antiziganismus brauche es bundesweiten Austausch und Zusammenarbeit im Feld, um Ressourcen und Kompetenzen zu bündeln und so gemeinsam mehr Wirkkraft zu entwickeln. Auch die aktuelle Situation der Verunsicherung aufgrund der angekündigten Umstrukturierung des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ war Thema des Podiums. Denn viele Projekte, Organisationen und Netzwerke darunter auch der Niedersächsische Verband Deutscher Sinti und der 1. Sinti-Verein Ostfriesland (über Innovationsprojekte) sowie KogA werden von „Demokratie leben!“ gefördert. Die Förderung ist also Voraussetzung effektiver und nachhaltiger Arbeit, um strukturellem und systemischen Antiziganismus entgegenzuwirken. Mit dieser Perspektive schloss eine rege Diskussion und das Nachmittagsprogramm der Gedenkfeier.
