Trauer um Willi Gerns

Die Kolleg_innen der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten / Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel trauern um unseren sehr geschätzten Freund, Zeitzeugen und Unterstützer  Willi Gerns. Mit großer Betroffenheit haben wir von seinem Tod erfahren.

 

Willi Gerns, 1930 in einer politisch aktiven Familie in Hannover geboren, arbeitete nach seinem Schulabschluss 1945 in der Landwirtschaft, später als Bauarbeiter. Aufgrund der Kriegserfahrungen, der familiären Herkunft und seiner Arbeitserfahrungen engagierte er sich seit 1949 aktiv als Kommunist für „Frieden, Einheit, Freiheit und Völkerverständigung“. Als aktives FDJ-Mitglied wurde er 1955 verhaftet und vom Landgericht Lüneburg von NS-belasteten Juristen u. a. aufgrund des Tatbestandes der „Staatsgefährdung“ (Art. 90a StGB) zu zwei Jahren Haft verurteilt. Diese Haft verbüßte er bis zu seiner Entlassung im Juni 1957 im Gefängnis Wolfenbüttel.

 

Willi Gerns unterstützte die Arbeit der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel ganz entscheidend: Er berichtete im Jahr 2018 in einem lebensgeschichtlichen Video-Interview von seinen Hafterfahrungen, stellte Dokumente für die neue Dauerausstellung zur Verfügung und schenkte kurz vor seinem Tode ein wichtiges und umfangreiches Konvolut aus Objekten, Dokumenten und Fotos der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten / Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel. Hierfür können wir nicht genug danken.

 

Wir vermissen Willi Gerns und werden ihn als engagierten, friedliebenden und sehr freundlichen Menschen in Erinnerung behalten. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Tochter.

 

Im Namen aller Kolleg_innen

Dr. Elke Gryglewski (Geschäftsführerin der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten)

Martina Staats (Leiterin der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel)

 

Weitere Informationen zum Wirken und zur Person Willi Gerns finden sich im Nachruf des Weser-Kuriers.