Masterplan Bergen-Belsen

Projekt „Umsetzung des Masterplans zur Umgestaltung der Gedenkstätte Bergen-Belsen“ (2010/11)
Bis Ende 2011 setzt die Gedenkstätte weitere wesentliche Elemente zur Umgestaltung des früheren Lagerareals Bergen-Belsen um. Dazu konnten bereits 2007 zeitgleich mit dem Bau des Dokumentationszentrums erste Schritte realisiert werden. Zunächst sollen die früheren Lagerstrukturen wieder lesbar gemacht werden. Dies geschieht durch landschaftsgestalterische Maßnahmen und die Bereitstellung historischer Informationen zu einzelnen Orten auf dem Gelände.

Aufgabe
1945 ordnete die britische Militärregierung eine angemessene Gestaltung des ehemaligen Lagergeländes an, um der dort ruhenden Toten würdig zu gedenken. Auf einem Teil des Areals – dem Gebiet um die Massengräber – entstand eine Heidelandschaft, in der die historische Lagertopografie kaum mehr zu erkennen ist.
Seit 2000 wird die Gedenkstätte umfassend neu gestaltet. 2002 lobte dafür das Land Niedersachsen einen Architektenwettbewerb aus. Neben Entwürfen für ein neues Dokumentationszentrum wurden auch Ideen für die Neukonzeption des Geländes der Gedenkstätte gefordert. Die Auslobung orientierte sich am Schlussbericht der Enquetekommission zur Deutschen Einheit 1998, der einen politischen Konsens über die grundsätzlichen Aufgaben von KZ-Gedenkstätten verankerte: das Gedenken an die Opfer zu bewahren, Dokumentation und Forschung zu betreiben sowie Bildung und Aufklärung zu vermitteln.

Planung
Aus diesen Aufgaben ergaben sich Leitthesen zur Geländegestaltung. Unter anderem soll

  • mit einem „Ort der Namen“ ein neuer Gedenkort geschaffen werden, der für das individuelle Leiden der in den Massengräbern namenlos bestatteten Opfer des Konzentrationslagers steht;
  • das ehemalige Lagergelände als Ort historischen Geschehens verständlich gemacht werden;
  • die Nachkriegsgestaltung integriert und
  • die Gestaltung Raum für Bildungsarbeit geben.

2005 entwickelte eine Arbeitsgruppe auf Grundlage des Wettbewerbsentwurfs einen Masterplan zur Gestaltung des Geländes. 2006 empfahl die für die Umgestaltung der Gedenkstätte Bergen-Belsen eingesetzte Internationale Expertenkommission, den Ausbau des Gedenkstättengeländes an diesem Masterplan zu orientieren.

Umsetzung 2010/2011
Die Baumaßnahmen werden aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Landes Niedersachsen finanziert. Die Maßnahmen werden durch folgende Beteiligte realisiert:

  • Bauherr: Stiftung niedersächsische Gedenkstätten (Celle)
  • Landschaftsarchitektur und Bauleitung: sinai GmbH. faust.schroll.schwarz (Berlin)
  • Projektsteuerung: Staatliches Baumanagement Lüneburger Heide (Celle)
  • Grafik: Atelier Weidner Händle (Stuttgart)
  • Wissenschaftliche Bearbeitung und Betreuung: Juliane Hummel (Hannover)
  • Englische Übersetzung: Georg Felix Harsch (Hamburg)

Weitere Schritte
Begleitend zu diesem Projekt wird ein Pflegekonzept für das Gesamtgelände entwickelt. Zudem sind für die Sicherung der historischen Relikte weitere Maßnahmenschritte erforderlich. Der „Ort der Namen“ soll in einem gesonderten Projekt realisiert werden.

Neugestaltung Gedenkstätte Bergen-Belsen, 2. Phase 2010/11: Friedhof und historisches Lagerareal (PDF)

© 2012 Stiftung niedersächsische Gedenkstätten