Zeitzeugen des § 175 gesucht

Zeitzeugenaufruf der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel

Waren Sie selbst, ein Angehöriger oder ein Bekannter von Ihnen aufgrund des §175 verurteilt und im Gefängnis Wolfenbüttel inhaftiert?

Die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel sucht nach Zeitzeugen sowie nach Fotos, Gegenständen, Dokumenten und Aufzeichnungen von Inhaftierten der Strafanstalt Wolfenbüttel aus der Zeit des Nationalsozialismus und der frühen Bundesrepublik.

 

Die kontinuierliche Verfolgung aufgrund der Paragraphen 175 und 175a bis 1969 soll in der neuen Dauerausstellung eine wichtige Rolle spielen.

Eine erste Sichtung der Gefangenenpersonalakten aus der JVA Wolfenbüttel ergab, dass in der Zeit der frühen Bundesrepublik mindestens 150 Männer aufgrund der sog. „Homosexuellen-Paragraphen“ inhaftiert waren.

 

Bitte helfen Sie durch Ihre Erinnerungen auf das Unrecht des §175 aufmerksam zu machen.

Uns ist es wichtig, mit der Ausstellung sowohl auf die strafrechtliche Verfolgung als auch auf die damit zusammenhängende gesellschaftliche Diskriminierung hinzuweisen. Daher sind wir ganz besonders an Kontakten zu Betroffenen und ihren persönlichen und individuellen Einzelschicksalen sowie ihren Familienangehörigen interessiert.

 

Jeder Hinweis ist willkommen!

Wir bitten Sie herzlich um Kontaktaufnahme. Ihren Wunsch ggf. anonym zu bleiben, respektieren wir. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen der Gedenkstätte stehen Ihnen für Nachfragen gern zur Verfügung, insbesondere Ina Stenger.

 

Neugestaltungsprojekt der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel

Rennelbergstraße 11
38114 Braunschweig
Tel.: +49 (0) 531 – 488-1604
Fax: +49 (0) 531 – 488 1607
Ina.Stenger@stiftung-ng.de
wolfenbuettel.stiftung-ng.de
blog.neugestalten-gwf.de

 

Im Namen meiner Kolleg_innen bedanke ich mich für Ihre Mithilfe!

Martina Staats,
Leiterin der Gedenkstätte

 

Der Zeitzeugenaufruf wurde auch auf der Website des Lesben- und Schwulenverbandes Niedersachsen-Bremen veröffentlicht.